3021 Mit Blick auf die Wunde Termin III

Datum: 20.11. - 20.11.2021

Ort: Lenbach-Haus, München

Leitung: Referent: Prof. Dr. Reinhard Hoeps - Geistliche Begleitung: Johanna Tannen, Dr. Milan Wehnert

Die Anmeldefrist ist abgelaufen.

Inhalte der Veranstaltung

„Vulnerabilität“ ist ein Begriff, der uns betrifft und der neu in den Diskursen unserer Gegenwart angekommen ist. Dass Menschen verwundbar sind, gehört unverlierbar zu den Grunderfahrungen des Christentums: In den Psalmen, den Klageliedern Israels, im Buch Hiob hat der verwundbare Mensch vor Gott eine Sprache gefunden. Und schließlich Passion, Kreuz und Auferstehung Jesu: Hier drückt sich das Klagen aus und die Frage nach dem Sinn von Wunden, aber auch die Gotteserfahrung von Bergung, Heilung und Verwandlung. Trotz dieses starken Zeichen- und Sprachhintergrundes bleibt „memoria passionis“ ein schwieriges Thema: Wunden – unsere eigenen und die der anderen – führen uns an die Grenzen des Sagbaren.


Bilder vermögen hier etwas, das Worten versagt bleibt und das so vielleicht sogar der besten theologischen Abhandlung schwerfällt. Weil Bilder still, ohne Worte zu inneren und äußeren Sinnen sprechen, vermögen sie zu sprechen sogar über Wege „von Wunden zu neuem Leben“.


Den „Blick auf die Wunde“ richten wir mit drei Ausflügen in große Kunstsammlungen zwischen Tradition und Moderne. Nicht mit einem ästhetisch-musealen Interesse, sondern im Blick auf ein Kernproblem von Menschsein und Glauben. Im Wallraf-Richartz-Museum in Köln sehen wir spätmittelalterliche, christliche Kunst von Wunde und Passion. In München und Bochum begegnen wir zwei ganz Großen der Moderne, Josef Beuys und Arnulf Rainer, deren Zusammenhang mit dem christlichen
Nachdenken über „Wunden“ erstaunen mag.


Als renommierten Experten konnten wir den Münsteraner Theologen Prof. Dr. Reinhard Hoeps gewinnen, der uns in die Theologie, Spiritualität und bildliche Ausdrucksweisen der „memoria passionis“ einführen wird. Neben Diskussion und Austausch bleibt eingehend Raum für die stille Auseinandersetzung mit dem einzelnen Werk.

Zum Seitenanfang