Bitte beachten Sie unsere Allgemeinen Hinweise zur Anmeldung am Bildungsprogramm.
Die Ausschreibung richtet sich ausschließlich an unsere Stipendiatinnen und Stipendiaten. Die Teilnahme von externen Gästen ist leider nicht möglich.
Datum: Samstag, 19. September (9:00 Uhr am Hauptbahnhof Berlin) – Samstag, 03. Oktober 2026 (16:00 Uhr am Hauptbahnhof Berlin)
Leitung: Dr. Milan Wehnert
Geistliche Begleitung: Bartłomiej Warowny
TN-Beitrag: 350 Euro, zzgl. rund 200 Euro Eigenkosten vor Ort
Anmeldezeitraum: 27. Januar– 20. März 2026
Polen ist ein wichtiger Mitgliedstaat der Europäischen Union und der NATO. Das Selbstverständnis des Landes sowie die weitere Gestaltung der politischen, wirtschaftlichen und militärischen Zusammenarbeit tragen entscheidende Zukunftsbedeutung für das Projekt des „europäischen Hauses“.
Den eigenen Standort in Europa heute und morgen verhandelt Polen in einem intensiven Diskurs um Erinnerung und nationale Identität: Parteien, kulturelle Institutionen und zivilgesellschaftliche Gruppen ringen um historische Perspektiven auf die Gemeinschaft Polens mit Europa und darauf, worin europäische Werte „über die Eurozone hinaus“ gründen.
Die Erinnerungsperspektive geht über den Zweiten Weltkrieg und die Teilungen Polens (1772 –1795) hinaus und macht die Dauer eines ganzen Millenniums zum Gegenstand außen- wie innenpolitischer Argumentationen. Mit der Weitung des historischen Blicks fällt zusammen, dass sich Polen als wesentlichen Beiträger zur europäischen Ideen- und Kulturgeschichte versteht. Vielfältig ist hierbei die Rolle der katholischen Kirche: Mit ihren Symbolen, Heiligen und heiligen Orten verwahrt Kirche in Polen wichtiges Erinnerungskapital – zur Vertiefung sowohl nationaler als auch alter transnationaler Zusammenhänge.
Die Studien- und Forschungsreise des Cusanuswerks knüpft hier an. Sie erkundet Spannungen nationaler und europäischer Identität und nimmt das Zusammenspiel von Kirche und Erinnerung, von Politik und Narrativ, von Tradition und Zukunftsvision in den Blick. Im Rahmen des Europakollegs erweitert die Akademiereise den Fokus der deutsch-polnischen Beziehungsgeschichte um multilaterale Dimensionen, so dass tiefgehend europäische Interaktionen mit romanischer, slawischer und baltischer ebenso wie mit jüdischer, byzantinischer und islamischer Sphäre erkennbar werden.
In Begegnungen und Austausch, mit Seminaren und Exkursionen erleben wir u.a. die pulsierende Metropole Warschau, den berühmten Wallfahrtsort Tschenstochau sowie Danzig und Krakau als eindrucksvolle Erinnerungsorte europäischer Kultur sowie religiöser Toleranz und „Goldener Freiheit“ in der polnischen Geschichte. Nicht zuletzt besuchen wir die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau – deren mahnende Wirkung in erschütterndem Gegensatz hierzu steht.
Die Akademie richtet sich an Promovierende und an Studierende, die bereits einen Bachelorabschluss erworben oder einen anderen äquivalenten ersten Studienabschnitt absolviert haben. Sie findet im Rahmen des Europakollegs des Cusanuswerks und mit Unterstützung von Renovabis statt. Eine einführende Vorbereitungstagung „Im Herzen Europas. Interdependente Vielfalt in Ostmitteleuropa“ findet im Katholisch-Sozialen Institut Siegburg von Donnerstag, 25. Juni, bis Sonntag, 28. Juni 2026 statt.
Bitte reichen Sie zusammen mit dem Bewerbungsformular ein Motivationsschreiben (1.000 – 1.500 Worte) ein, in dem Sie über Ihr Studienfach hinaus Ihre Bildungsinteressen und Ihr Engagement darstellen. Schildern Sie bitte ausführlich, was Ihren persönlichen Blick auf „Europa“ und europäische Themen geprägt hat und was Sie an der ausgeschriebenen Akademiereise „Polen in Europa“ interessiert. Berichten Sie auch, was Sie für sich von der Akademie erwarten und was Sie persönlich begeistern würde, vor Ort einzubringen. Wichtig ist zudem, dass Sie Ihren Erst- und Zweitwunsch zu einem der Grundlagenbereiche der Vorbereitungsphase (s.u.) mitteilen und begründen.
Bewerbungsschluss ist der 20. März 2026.
Bitte senden Sie Ihre Unterlagen als PDF adressiert an Dr. Milan Wehnert (Programmleitung) bis zum 20. März 2026 an Julia de Bruin (Programmassistenz): julia.debruin@cusanuswerk.de
Die Vergabe der Teilnahme- und Wartelisten-Plätze erfolgt bis zum 01. April 2026.
Bitte beachten Sie, dass der Akademie eine Vorbereitungsphase von Juni bis September vorangeht. Die Vorbereitungsphase zielt darauf, Ihre Interessen und Fragen an das Land zu vertiefen und eine Perspektivenvielfalt innerhalb der Akademiegruppe zu fördern.
Von Donnerstag, 25. Juni, 18:00 Uhr, bis Sonntag, 28. Juni 2026, 13:00 Uhr, findet die obligatorische Vorbereitungstagung im Katholisch-Sozialen Institut Siegburg statt. Neben einem ersten Kennenlernen, einer Besprechung des Reiseplans und der Klärung der unmittelbaren Reisevorbereitung nehmen wir uns Zeit für eine Einführung in die Kontexte „Ostmitteleuropa“ und „Polen“.
Für die Zeit nach dem Vorbereitungswochenende bilden die Teilnehmenden Expertise-Teams von jeweils 2 – 5 Stipendiatinnen und Stipendiaten, die sich auf einen Grundlagenbereich spezialisieren und diesen mit eigenen Recherchen und Lektüren vorbereiten. Als Beiträge während der Akademie übernehmen diese Expertise-Teams Moderationen und Begrüßungen sowie inhaltliche Anstöße in Seminaren und Diskussionen. Die konkreten Aufgaben werden in einem digitalen Treffen vorbereitet und begleitet. Die fünf Grundlagenbereiche sind:
I Demokratie, Gesellschaft, Debatten
II Kirche und Glaube
III Geschichte und Kultur Polens
IV EU-Integration, Visegrád-Staaten und Weimarer Dreieck
V Zukunftsperspektiven und Entwicklungsstrategien