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Über das Cusanuswerk

Die Bischöfliche Studienförderung Cusanuswerk ist das Begabtenförderungswerk der katholischen Kirche in Deutschland. Mit staatlichen, kirchlichen und privaten Zuwendungen hat das Cusanuswerk bisher fast 9000 hochbegabte katholische Studierende und Promovierende gefördert – ideell und finanziell. Cusanerinnen und Cusaner tragen mit fachlicher Exzellenz und herausragendem Engagement zum Gemeinwohl bei, ein Leben lang und vielfach in besonders verantwortungsvollen Positionen von Kirche und Gesellschaft, von Wissenschaft, Politik und Wirtschaft. Das Cusanuswerk wurde von der European Foundation for Quality Management mit dem Zertifikat "EFQM Committed to Excellence – 2 star" ausgezeichnet.

Die Entfaltung der unverwechselbaren Persönlichkeit jedes einzelnen Stipendiaten und jeder einzelnen Stipendiatin ist das Ziel der Förderung durch das Cusanuswerk. Es geht um die Stärkung von Verantwortungsbewusstsein und Gestaltungskraft, die Entwicklung von Diskurs- und Urteilsvermögen sowie die Entfaltung von geistigen, kulturellen, sozialen und lebenspraktischen Fähigkeiten. Dies geschieht im Gespräch über die Fächergrenzen hinaus, in der Beschäftigung mit dem eigenen katholischen Glauben sowie in der Begegnung mit anderen Geförderten und Ehemaligen. Wesentlicher Bestandteil der Förderung ist ein umfassendes Bildungsprogramm zu aktuellen Themen von Politik, Gesellschaft, Recht und Ökonomie, von Naturwissenschaften und Technik ebenso wie von Kulturwissenschaften und Künsten, Theologie und Philosophie. Ergänzt wird das Bildungsprogramm durch ein vielfältiges geistliches Angebot sowie durch die tutoriale Begleitung.

Namenspatron der 1956 gegründeten Bischöflichen Studienförderung ist eine der bedeutendsten Gelehrtenpersönlichkeiten des Spätmittelalters, Nikolaus Cusanus (geboren 1401 in Kues/Mosel, gestorben 1464 in Todi/Umbrien), latinisiert Nicolaus Cusanus, der im Sinne eines Universalgelehrten in den unterschiedlichsten Wissenschaftsdiskursen ausgreifendes Interesse mit intellektueller Brillanz verbunden hat. Der Philosoph, Theologe, Rechtsgelehrte, Mathematiker und Astronom hat unser neuzeitliches Weltbild maßgeblich mitbegründet. So gilt Cusanus, lange vor Kepler und Kopernikus, als Wegbereiter der neuzeitlichen Kosmologie wie auch, lange vor Descartes, als Wegbereiter der Reflexionsphilosophie. Leitidee seines Denkens ist die Überwindung von Gegensätzen, das Aufzeigen einer alles Seiende durchwaltenden Einheit, die Konkordanz ermöglicht. Unter dieser Leitidee stehen sowohl seine Bemühungen um eine Reform der Kirche – Cusanus war von 1432-1437 als ‚Konziliarist‘ Teilnehmer am Konzil von Basel, später dann allerdings in päpstlichen Diensten und von 1450-1458 Bischof von Brixen –, als auch seine theoretischen Schriften. Seine berühmte Abhandlung De docta ignorantia („Das belehrte Nichtwissen“, 1438-1440) betrachtet Gott als absolut Größtes und insofern als die ‚coincidentia oppositorum‘, das heißt Zusammenfallen der Gegensätze: „Das absolut Größte ist daher eine Einheit, die Alles ist und in der Alles ist, weil es das Größte ist.“ Als Ausnahme unter den christlichen Theologen seiner Zeit interessiert sich Cusanus für andere Kulturen, bemüht sich um eine Verständigung mit dem Islam und entwickelt die Vorstellung einer Einheit aller Religionen (De pace fidei, 1453).

Nicht durch eine privilegierte Geburt, sondern durch Begabung, Leistung und Engagement ist der Schiffersohn Nikolaus Krebs aus Bernkastel-Kues an der Mosel in die wirkmächtigsten Eliten seiner Zeit aufgestiegen und hat als Bischof von Brixen kirchenreformerisches Wirken mit politischer Einflussnahme, wissenschaftliche Begabung mit dem verantwortungsbewussten Einsatz für die Gestaltung von Kirche und Welt verbunden. Diese Momente der Persönlichkeit des Cusaners haben bis heute stilprägende Kraft für das Profil der cusanischen Stipendiatenschaft.


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Imagefilm des Cusanuswerks

Prof. Dr. Georg Braungart über das Cusanuswerk

Weihbischof Dr. Christoph Hegge über das Cusanuswerk

Prof. Dr. Dres. h.c. Paul Kirchhof über das Cusanuswerk

Dr. Claudia Nothelle über das Cusanuswerk

Prof. Dr. Norbert Lammert über das Cusanuswerk

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