Beim Festvortrag saß ich als Student direkt hinter den Herren Dr. Joh. A. Buch (GeFü CW) und dem Festredner Pater Prof. Dr. Oswald von Nell-Breuning...
Beim Festvortrag saß ich als Student direkt hinter den Herren Dr. Joh. A. Buch (GeFü CW) und dem Festredner Pater Prof. Dr. Oswald von Nell-Breuning SJ, während der Leiter des CW ein paar einleitende Worte sprach.
Ich war 24, Dr. Buch 48 und Pater von Nell 96 Jahre alt. Einer war doppelt so alt wie der andere. Pater von Nell fragte Herrn Buch „Junger Mann, was redet der da?“
Hm, „junger“ Mann? Der war doch schon 48 Jahre alt, ein besserer älterer Herr - und ich war gerade mal 24. Mit „der“ war der Leiter des Cusanuswerks gemeint, Prof. Ludger Honnefelder.
Dr. Buch gab zur Antwort: „Pater von Nell, der lobt Sie.“ Nell-Breuning: „Das habe ich mir gedacht.“
Ludger Honnefelder sagte in seiner Einleitung zur Festansprache des Jesuitenpaters: Pater von Nell ist Autor von über 1000 Werken, ich kann Ihnen heute noch nicht einmal alle Titel vorlesen. Ich will Ihnen nur eines davon nennen: Die Enzyklika „Quadragesimo Anno“ aus dem Jahre 1928.
Ich war im Jahr dieses Cusanustreffens 24 Jahre alt. Die Enzyklika war vor 58 Jahren geschrieben worden, von dem Mann, der direkt vor mir saß. Faszinierend.
Etwas später sagte Prof. Honnefelder: „Pater von Nell, wir bitten Sie um Ihr Wort.“
Pater Prof. Dr. Oswald von Nell-Breuning stand auf und ging ans Rednerpult. Er begann mit den Worten: „Tja, meine Damen und Herren, wie Sie wissen, ist es schwer, nach soviel Lob noch etwas zu sagen. Zum Glück habe ich aufgrund meiner Schwerhörigkeit kein Wort verstanden.“