Will-Grohmann-Preis 2014 für Nadine Fecht
Altcusanerin wird mit dem Preis der Akademie der Künste ausgezeichnet

Die Künstlerin Nadine Fecht, ehemalige Stipendiatin des Cusanuswerks, wurde von der Akademie der Künste mit dem Will-Grohmann-Preis 2014 ausgezeichnet. Der mit 6.500 Euro dotierte Preis wurde am 18. März 2015 im Rahmen der Verleihung des Kunstpreises Berlin - Jubiläumsstiftung 1848/1948 in der Akademie der Künste überreicht. Die Jury setzte sich zusammen aus den Akademie-Mitgliedern Dieter Appelt und Hubertus von Amelunxen sowie Nasan Tur, Preisträger des Will-Grohmann-Preises 2012.
In der Begründung der Jury heißt es: „Nadine Fecht ist eine Künstlerin der Kunst der Zeichnung. Die Berührung, die behutsame und entschiedene Führung der Linie, ob in der Zeichnung, in der Assemblage oder dem gestalteten Raum, ist ihre Kunst, die sie beginnt, so deutlich wie unverkennbar zu führen.“
Fecht wurde mit großformatigen, schwarz-weißen Zeichnungen bekannt, die einen Wirbel an Mustern und Notationen verursachen, der sich zum Teil in ein heftiges optisches Flimmern verwandelt. Schon von Beginn an verbindet sie ihre mit Kohle oder Bleistift erzeugten eindringlichen, dichten Strukturen mit installativen und akustischen Elementen. Den performativen und konzeptuellen Aspekt verstärkte sie mit Zeichnungen auf langen, von der Wand herabhängenden Papierrollen; 1800 Einweg-Kugelschreiber führte sie hier zusammengebunden und in einer großen Bewegung über das Papier. Wie ein Schwarm ziehen die Linien ihre Spur, wechseln abrupt die Richtung und ballen sich am Ende nervös zusammen. Gleichzeitig entstehen Videoskulpturen, in denen sie mit Begriffen und deren Unveränderlichkeit in verschiedenen Sprachen spielt und die emotionale, räumliche oder mentale Konzepte oder Vorstellungen ausdrücken.
Nadine Fecht, 1976 in Mannheim geboren, lebt und arbeitet in Berlin. Sie studierte an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe, der Humboldt-Universität zu Berlin, dem California College of the Arts, San Francisco, und der Universität der Künste Berlin, wo sie Meisterschülerin von Stan Douglas und Lothar Baumgarten war. Von 2006 bis 2009 war sie Stipendiatin in der Künstlerförderung des Cusanuswerks. Im Jahr 2012 war Nadine Fecht Berlin-Stipendiatin der Akademie der Künste.
Preisträger des Will-Grohmann-Preises sind entweder bildende Künstler, „die Talent und Eigenart zeigen“, oder Persönlichkeiten aus dem Bereich der Kunstkritik, der Kunsttheorie oder des Ausstellungswesens, die sich um die Förderung der zeitgenössischen Kunst besonders verdient gemacht haben.

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