Wer entscheidet, was neu ist? Eliten und Innovation
FachAkademie zum Abschluss des cusanischen Jubiläumsjahres

Zeit: 9. bis 11. November 2006
Ort: Katholische Akademie, Berlin
www.katholische-akademie.de
Leitung: Dr. Susanna Schmidt, Dr. Maria Luise-Schneider
(Kath. Akademie Berlin)Dr. Susanne Schaefer,
Dr. Thorsten Wilhelmy (Cusanuswerk)

Siehe, ich mache alles neu!
Offenbarung des Johannes, Kapitel 21, Vers 5

Eliten stehen in einem doppelten Verhältnis zur Innovation.
Einerseits erhofft die Gesellschaft von ihren Eliten, dass sie die Zukunftsfähigkeit sichern helfen, indem sie das Wissen und gegebenenfalls seine technische Nutzbarkeit erweitern. Insofern delegiert eine Gesellschaft die Schaffung von Zukunft an ihre Eliten als einen kleinen Kreis. Andererseits ist eine demokratisch legitimierte Gesellschaft darauf angewiesen, dass ihre Eliten als Verantwortungseliten zugleich für die Vermittlung des neu Produzierten in der öffentlichen Diskussion mit Sorge tragen. In jedem gesellschaftlichem Teilsystem, das mit Innovation befasst ist – der Kunst etwa oder der Wissenschaft – agieren Eltern so an einer in die Zukunft vorgeschobenen Grenze und müssen dies tun, um die Veränderungsdynamik einer Gesellschaft zu erhalten. Eine Elite aber, die einzig aus einem solchen Vorsprung an Zukunft ihr Selbstverständnis, ihr Prestige bezöge, ohne die Rückversicherung einer Mehrheit zu suchen, könnte nicht die Elite einer demokratischen Gesellschaft sein. Denn deren Möglichkeit, Einspruch zu erheben gegen die Durchsetzung von Neuem, muss prinzipiell gegeben sein, soll das Neue nicht normativ sich selbst legitimieren. Daraus resultiert gegebenenfalls ein Auftrag zur kritischen Revision an die Eliten.

Die gemeinsame Fachtagung der Katholischen Akademie Berlin und der Bischöflichen Studienförderung Cusanuswerk im Rahmen des Jubiläumsjahres des Cusanuswerks fragt nach der Rolle von Eliten als Protagonisten der Innovation, als Avantgarde der Akzeptanz und als Eliten der Verantwortung. Die Thematisierung möglicher Rollenkonflikte soll für die einzelnen Teilsysteme in Workshops erfolgen. Die Veranstaltung richtet sich an Experten aus Wissenschaft, Kunst und Politik ebenso wie an die Stipendiatinnen und Stipendiaten der Begabtenförderung, die sich dem doppelten Anspruch als Neuigkeitsproduzenten wie als Moderatoren zwischen neuen Möglichkeiten und gesellschaftlicher Wünschbarkeit stellen.

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