Die Nachwuchskünstlerin Alwine Baresch hat am 11. Juni in der romanischen Kirche St. Maria in Lyskirchen (Köln) erstmals die Arbeiten vorgestellt, die sie im Rahmen des Projekts „Artist in Residence“ geschaffen hat. Baresch ist die erste Preisträgerin der Ausschreibung der Künstler-Union-Köln (KUK).
Die Ausstellung umfasst vier großformatige Leinwände, die im Kirchenraum von St. Maria in Lyskirchen installiert sind und sich in unmittelbarer Nähe zu den mittelalterlichen Fresken befinden. Zwei Monate lang hat die Künstlerin vor Ort an ihrem Projekt „Schlussstein“ gearbeitet. Der Titel verweist auf den mit Sternen bemalten Schlussstein im Gewölbe, den Baresch in ihre Bildwelt einbezieht. Inhaltlich setzt sie sich mit einem Spannungsfeld auseinander, das im sakralen Raum eine besondere Resonanz erhält: mit der Schönheit der Schöpfung – und deren Zer-Störung.
„Wenn alle vier Leinwände in der Kirche hängen, befinden sich die Besucher inmitten meiner Landschaft, die sich direkt an die Fresken anschließt. Es wird ein Zusammenspiel von meiner Arbeit und dem Kirchenraum entstehen: Meine Bilder fügen sich zwischen den dunklen Boden, die Erdtöne und die Fresken des Kirchenraums ein und es entsteht ein großes Ganzes“, erläutert Alwine Baresch im Interview mit katholisch.de.
Das Zusammenspiel der Bilder mit dem Kirchraum stellt auch Dr. Sophia Fazio, Referentin des Cusanuswerks für die Kunstförderung, in ihrer Laudatio heraus: „Diese Kirche war nie ein Ort für Mächtige und Prächtige, sondern ein Ort für jene, die unterwegs sind – für Menschen auf Reisen, auf der Suche, im Übergang und dabei von Hoffnung getragen werden.“ In dieser Linie würdigt sie auch Baresch als „Aufbrechende“: Sie trete mit ihrem Werk „als Künstlerin in Bewegung“ in den Raum und nehme die Besucherinnen und Besucher „mit auf eine Suche, deren Zeuginnen und Zeugen wir sein dürfen“.
Das Programm „Artist in Residence“ ist auf drei Jahre angelegt und bietet jährlich zwei Künstlerinnen bzw. Künstlern Raum zum Leben und Arbeiten. Es ermöglicht einer jungen Künstlergeneration, sich mit christlich-religiösen Themen und gesellschaftlich aktuellen Fragestellungen – unter Berücksichtigung der Gottesfrage – auseinanderzusetzen und dafür eine eigene künstlerische Gestalt zu finden.
Zur Ausstellung
Ausstellung: 12. bis 26. Juni 2026, täglich 10:00 bis 17:30 Uhr
Ort: St. Maria in Lyskirchen, An Lyskirchen 10, 50676 Köln
Hintergrund
Das von der Künstler-Union-Köln (KUK) in Zusammenarbeit mit der Künstlerseelsorge des Erzbistums Köln und der Kölner Innenstadtpfarrei initiierte Programm lädt jährlich zwei Nachwuchskünstlerinnen und -künstler ein, zwei Monate lang in den Räumen der Kirchengemeinde St. Maria in Lyskirchen aus dem 12. Jahrhundert zu arbeiten. Ziel ist es, künstlerische Perspektiven auf christlich-religiöse und gesellschaftlich aktuelle Themen zu eröffnen und den Dialog zwischen Tradition und Gegenwart zu fördern.
Alwine Baresch beschäftigt sich in ihrer Malerei mit dem Sujet der Landschaft. Reale und imaginierte Formen verbinden sich in ihren großformatigen Leinwänden zu vielschichtigen Farbräumen, in denen Prozess und Material sichtbar bleiben. Ihre Arbeiten laden dazu ein, der Natur mit neuer Aufmerksamkeit zu begegnen. Baresch studierte Freie Kunst an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, zuletzt als Meisterschülerin von Wolfgang Ellenrieder, und verbrachte ein Auslandsjahr an der Universitatea de Artă și Design din Cluj-Napoca (Rumänien). In dieser Zeit wurde sie vom Cusanuswerk gefördert.







