Verleihung der Ernst-Ludwig-Ehrlich-Medaille an Dr. Claudia Lücking-Michel

Das Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk  ELES hat Dr. Claudia Lücking-Michel, Generalsekretärin des Cusanuswerks, die Ernst-Ludwig-Ehrlich-Medaille für die Wissenschaften und Künste verliehen. Der Festakt fand am 10. Oktober 2012 im Centrum Judaicum Berlin statt; die Laudatio hielt Dr. h.c. Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern und Schirmherrin von ELES.

In der Begründung zur Verleihung der Ernst-Ludwig-Ehrlich-Medaille heißt es, Dr. Claudia Lücking-Michel sei in der Gründungsphase von ELES eine wichtige Ansprechpartnerin gewesen und habe gemeinsam mit Rabbiner Prof. Dr. Walter Homolka die Grundlinien für die Gründung eines jüdischen Begabtenförderwerks entworfen. Mit ihrem Engagement und ihrer dauerhaften Unterstützung habe sie sich in der Aufbauphase als unverzichtbare Förderin erwiesen, die stets für inhaltliche  wie für strukturelle Fragen ansprechbar war. So gehöre sie, wie Charlotte Knobloch in ihrer Laudatio sagte, „seit der ersten Stunde zur Geschichte des Ernst Ludwig Ehrlich-Studienwerks“. Knobloch würdigte zugleich das Lebenswerk von Claudia Lücking-Michel, die Bildung – insbesondere für Frauen – zu ihrem Lebensthema gemacht habe.  Zudem setzte sie sich besonders für den Austausch zwischen jüdischen und christlichen Nachwuchswissenschaftlern ein – etwa in Form  werkübergreifender Begegnungen der Stipendiatinnen und Stipendiaten, die insbesondere dem interreligiösen und interkonfessionellen Dialog gewidmet seien.  Auch am Konzept der ersten christlich-jüdischen Schülerakademie, einer Kooperation zwischen dem Cusanuswerk, dem Evangelischen Studienwerk Villigst und ELES, die im Sommer 2012 stattfand, habe Claudia Lücking-Michel  wesentlich mitgewirkt. Schließlich dankte Charlotte Knobloch der Preisträgerin für ihre „klare und unmissverständliche menschliche Haltung“ und das Bemühen, „an einem friedlichen und respektvollen Miteinander in unserer Gesellschaft zu arbeiten“; dieses Engagement sei auch ein besonderer Dienst an der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland.

Claudia Lücking-Michel bezeichnete in ihrer Dankrede das „Konzept einer plural angelegten Begabtenförderung, getragen von konkurrierenden Verantwortungseliten“, als „Erfolgsgeschichte der Bundesrepublik Deutschland“. Mit der Aufnahme von ELES in den Kreis der Förderwerke habe eine „wichtige und dringend fällige Anpassung an die aktuelle bundesdeutsche gesellschaftliche Wirklichkeit stattgefunden“;  nicht nur ELES, sondern das „religiös und kulturell jüdisch geprägte Leben in Deutschland“ insgesamt sei eine „Geschichte mit Zukunft“ und zeige, dass Religion und religiöse Überzeugungen immer auch „eine öffentlich relevante Dimension haben, die für das Gelingen unseres Staats- und Gemeinwesens von entscheidender Bedeutung ist“.

 

Das Foto zeigt (v.l.) Rabbiner Prof. Dr. Walter Homolka, Dr. Claudia Lücking-Michel, Dr. h.c. Charlotte Knobloch

Foto: Tobias Barniske

 

 


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