Prof. Dr. Nils Goldschmidt zum Leiter des Cusanuswerks berufen

Die Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz hat in ihrer Herbst-Sitzung vom 28. September bis 1. Oktober Professor Dr. Nils Goldschmidt zum neuen ehrenamtlichen Leiter des Cusanuswerks berufen. Der Wirtschaftswissenschaftler und Theologe übernimmt das Amt zum 1. Oktober 2026 für eine Amtszeit von fünf Jahren. 

Goldschmidt folgt auf den Tübinger Literaturwissenschaftler Professor Dr. Georg Braungart, der das Cusanuswerk von 2011 bis 2026 geleitet hat (zur Würdigung Braungarts).  

„An großen Herausforderungen mangelt es unserer Gesellschaft derzeit nicht – umso mehr brauchen wir junge Menschen, die sich davon nicht entmutigen lassen. Das Cusanuswerk bringt Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven zusammen, die miteinander über Werte und Verantwortung nachdenken, voneinander lernen und gemeinsam etwas bewegen wollen. Ich freue mich darauf, diesen besonderen Ort mitzugestalten – mit Freude am Austausch und der Überzeugung, dass Optimismus gerade in schwierigen Zeiten nicht die schlechteste Idee ist.“, sagt Goldschmidt über seine neue Aufgabe.

Professor Dr. Nils Goldschmidt, Jahrgang 1970, ist seit 2025 Direktor des Weltethos-Instituts in Tübingen und seit 2013 Professor für Kontextuale Ökonomik und ökonomische Bildung an der Universität Siegen. Nach einem Diplomstudium der Theologie und Wirtschaftswissenschaften in Freiburg wurde er 2001 in den Wirtschaftswissenschaften promoviert. 2008 habilitierte er sich im Fach Volkswirtschaftslehre.

Nach Stationen am Walter-Eucken-Institut Freiburg, an der Hochschule für Politik München und an der Universität der Bundeswehr München übernahm Goldschmidt 2010 eine Professur für Sozialpolitik und Sozialverwaltung an der Hochschule für angewandte Wissenschaften München. 2013 wechselte er an die Universität Siegen.

Seit 2024 ist Professor Goldschmidt Mitglied des Deutschen Ethikrats. Bereits 2016 wurde er als Berater in die Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen der Deutschen Bischofskonferenz berufen. Zudem ist er Vorstandsvorsitzender der Aktionsgemeinschaft Soziale Marktwirtschaft und engagiert sich in zahlreichen weiteren wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Organisationen, darunter in der Görres-Gesellschaft, im Ludwig-Erhard-Forum Berlin und im Roman-Herzog-Institut.

Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören Ordnungsökonomik, Wirtschaftsethik, ökonomische Bildung, Sozialpolitik sowie die Geschichte und Methodologie des ökonomischen Denkens. Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit schreibt Goldschmidt regelmäßig Gastbeiträge, unter anderem in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und der Süddeutschen Zeitung. 2026 erschien im Kohlhammer-Verlag sein Buch „Kompromisse. Warum die Wahrheit uns nicht retten wird.“ Gemeinsam mit Rainer Kirchdörfer und David Deißner veröffentlichte er 2025 bei Herder das Buch „Gerechtigkeit. Wie wir unsere Gesellschaft zusammenhalten.“

Das Cusanuswerk kennt Goldschmidt als Festredner auf der Jahrestagung 2024: Sein Vortrag „Fragilität, soziale Kohäsion und Leistungsbereitschaft“ bildete den inhaltlichen Schlusspunkt der Jahrestagung zum Thema „Lust auf Leistung – oder das Ende der Leistungsgesellschaft?“

Prof. Dr. Nikolaus Korber, Vorsitzender des Beirats des Cusanuswerks, betont: „Wir freuen uns sehr, dass mit Professor Goldschmidt ein Wissenschaftler gewonnen wurde, der wissenschaftliche Exzellenz mit großer öffentlicher Sichtbarkeit in ethischen und ökonomischen Diskursen verbindet. Herr Professor Goldschmidt wird der Auswahl- und Förderarbeit des Cusanuswerks wichtige Impulse geben können.“

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