Das Cusanuswerk auf dem Katholikentag in Würzburg
Rückschau

„Hab Mut, steh auf!“ (Mk 10,49) – unter diesem Leitwort stand der 104. Katholikentag 2026 in Würzburg. Für uns als Cusanuswerk waren es Tage, die Mut gemacht haben: durch Begegnungen, durch gemeinsames Feiern und durch den Austausch darüber, wie Hoffnung konkret werden kann.

Gottesdienst „Als Gemeinschaft der Ermutigten ein Hoffnungszeichen sein“

Mit unserem Gottesdienst „Als Gemeinschaft der Ermutigten ein Hoffnungszeichen sein“ in Kooperation mit dem Katholischen Akademischen Austauschdienst (KAAD) und dem Bundesverband Katholische Kirche an Hochschulen (BKKH) haben wir gezeigt: Mut wird kraftvoller, stellt er sich als Frucht aus gelingender Begegnung ein – im Miteinander der Menschen und in der Begegnung mit dem lebendigen Gott. So wurden die Wege „aus dem Dunkel ins Licht, aus der Hoffnungslosigkeit in den Mut und aus dem Tod ins Leben“ spürbar – und damit auch das, was uns zu einem Hoffnungszeichen füreinander und für die Welt macht.

Werkstatt: „Mut machen. Zukunft gestalten“

Die Werkstatt stieß auf große Resonanz: Führungskräfte sowie Gründerinnen und Gründer aus dem Bildungs-, Gesundheits- und Sozialbereich kamen mit engagierten Nachwuchskräften aus verschiedenen Begabtenförderungswerken in einen intensiven Austausch. Im Mittelpunkt stand, wie Helfen wirksam gelingen kann – und wie Führung, Organisation und persönliches Engagement so ineinandergreifen, dass Motivation nicht nur geweckt, sondern nachhaltig gestärkt wird.

Mitgewirkt haben:

  • Angelika Fröhling, Prokuristin der Community Organizing Germany GmbH, Düsseldorf
  • Dr. Susanne Pauser, Vorständin Personal und Digitales beim Deutschen Caritasverband, Stuttgart
  • Prof. Dr. Thomas Thiessen, CTS Hochschule Münster und CTS Berlin
  • Rose Volz-Schmidt, Gründerin von wellcome und Trägerin des Bundesverdienstkreuzes, Hamburg

Aus den Impulsen und den Tischgesprächen ergab sich ein dichtes Bild dessen, was „Mut machen“ im Arbeitsalltag helfender Berufe konkret bedeutet. Dr. Susanne Pauser brachte eine zentrale Spannung auf den Punkt: „Die Motivation von Führungskräften ist nicht das Problem. Die Herausforderung liegt darin, die Motivation zu halten.“ Damit verbunden war der klare Blick auf Verantwortung in der Personalführung – auch unter veränderten Rahmenbedingungen: Führung sei auch in Teilzeit möglich, wenn man sie als „reduzierte Vollzeit“ verstehe, und Mitarbeitende hätten ein Recht auf verlässliche Leitung. Immer wieder wurde deutlich: Menschen sollten zur Führung zu ermutigen werden - nur so könne man die Welt aktiv mitgestalten.

Angelika Fröhling schärfte den Blick für Haltung und Methode im Organisieren und Unterstützen. Ihre goldene Regel „Tue nichts, was die anderen nicht selbst tun könnten“ leitete über zu der Frage, wie Hilfe so gestaltet wird, dass sie Selbstwirksamkeit stärkt. Zugleich benannte sie die Themen, die Organisationen dauerhaft beschäftigen: Geld und Bürokratie – und die Aufgabe, beides klug zu bearbeiten, ohne den Kernauftrag zu verlieren.

Rose Volz-Schmidt knüpfte daran mit einer Perspektive aus der Gründungspraxis an. Mit Blick auf Annemarie Dose (Hamburger Tafeln) erinnerte sie: „Wenn du nicht an deine Idee glaubst, warum sollten es andere tun?“ Für Veränderung brauche es Menschen, die vorangehen und „wir“ sagen. Entscheidend sei, bei einer Gründung immer von den eigenen Stärken her zu denken. 

Professor Dr. Thomas Thiessen lenkte den Fokus auf die Veränderung von Verhaltensstrukturen in Organisationen und auf eine „Qualifizierungssensibilität“, die Entwicklung ermöglicht. Ergänzend skizzierte er Eckpunkte eines spirituell hinterlegten Managementmodells: den festen Grund im Blick halten, eigene Angst und Nervosität wahrnehmen und Organisationsziele klären und ausformulieren.

Die anschließenden Diskussionsrunden zu verschiedenen Unterthemen machten diese Impulse greifbar. Beim Thema Wachstum und Upscaling wurde betont, dass Ehrenamtliche niederschwellige Angebote brauchen – und zugleich etablierte Strukturen, die tragen. Zur Motivation und Resilienz wurde festgehalten, wie wichtig der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen ist, um Probleme wahrzunehmen und zu benennen; Resilienz sei dabei sowohl auf organisationaler als auch auf individueller Ebene zu stärken. Im Gespräch über ehrenamtliches Engagement und Verantwortung stand die Balance aus Vertrauen und Rahmen im Vordergrund, etwa durch begrenzte Amtszeiten und klare Kommunikation; langfristige Bindung gelinge vor allem durch Wertschätzung. In der Runde zur Demokratiebildung schließlich wurde Vertrauen zu den Menschen als wichtigste Basis hervorgehoben – ebenso wie die Aufgabe, positive Bezüge zu einer Gruppe zu schaffen.

Die Veranstaltung fand im Rahmen des Qualifizierungsprogramms „Führungskräfte in helfenden Berufen“ statt und wurde ermöglicht durch die Förderung aus dem Ralf-Dohle-Gedächtnisfonds. 

Empfang der Stiftung Begabtenförderung Cusanuswerk

Im Anschluss an die Werkstatt lud die Stiftung Begabtenförderung Cusanuswerk herzlich zu einem Empfang ein, um gemeinsam auf den 70. Geburtstag des Cusanuswerks anzustoßen und ins Gespräch zu kommen. Wir freuen uns sehr, dass so viele Altcusanerinnen und Altcusaner ebenso wie aktiv Geförderte und Gäste der Einladung gefolgt sind. 

Stand auf der Kirchenmeile

Auch an unserem Stand auf der Kirchenmeile war viel Betrieb: Obwohl das Wetter nicht immer mitgespielt hat und es zwischendurch regnete, wurde der Stand sehr gut besucht und bot zahlreiche Gelegenheiten, die Förderarbeit des Cusanuswerks vorzustellen, sich zu begegnen und auszutauschen.

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Ein besonders großer Dank gilt allen Ehemaligen und Geförderten, die diese Angebote mit vorbereitet und mitgestaltet haben und uns am Stand unterstützt haben!

Hier finden Sie einige Impressionen der verschiedenen Veranstaltungsformate im Rahmen des Katholikentags. 

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