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Stipendiatinnen und Stipendiaten diskutieren über Sicherheit in der digitalisierten Welt

Cyber-Angriffe, parlamentarische Kontrolle und das Verhältnis von Sicherheit und Freiheit – diese Themen standen im Mittelpunkt der Ferienakademie "Cyber war's. Sicherheit in einer digitalisierten Welt", die vom 5. bis zum 17. August 2018 in Regenstauf stattfand.

Die Stipendiatinnen und Stipendiaten des Cusanuswerks hatten Gelegenheit, die vielfältigen Aspekte des Themas mit hochrangigen politischen Vertretern, unter anderem mit Johannes Geismann, Beauftragtem der Bundesregierung für die Nachrichtendienste und Staatssekretär im Bundeskanzleramt, Dr. Reinhard Brandl, Mitglied des Deutschen Bundestags, sowie Andreas Könen, Abteilungsleiter CI "Cyber- und  Informationssicherheit" im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, zu diskutieren.

In der ersten Akademiewoche gab Johannes Geismann Einblicke, in welcher Form der Bundesnachrichtendienst mit Mitteln digitaler Überwachung arbeitet und welche Chancen und Risiken es insbesondere aus nachrichtendienstlicher Sicht gibt. Er betonte, dass bei allen Operationen die gesetzlich vorgegebene Grenze zwischen Inlands- und Auslandszuständigkeiten zu achten und mit einem zugleich möglichst hohen Erkenntnisgewinn in Einklang zu bringen sei.

Als Mitglied im Verteidigungsausschuss berichtete der CSU-Bundestagsabgeordnete Dr. Reinhard Brandl von den Herausforderungen der digitalen Selbstverteidigung für kritische Infrastruktur der deutschen Bundesbehörden, insbesondere in der Versorgungsindustrie. Kontrovers wurden diplomatische Konsequenzen und parlamentarische Kontrolloptionen diskutiert.

Der Altcusaner Andreas Könen, in dessen Zuständigkeit die Fachaufsicht über das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik liegt, sprach mit den Studierenden in der zweiten Akademiewoche über die Komplexität der deutschen administrativen Sicherheitsarchitektur. Um die Dimension europäischer Integration erweitert schloss sich daraufhin eine lebhafte Debatte um Post-Brexit-Szenarios, EU-Kompetenzen und staatliche Förderung von 'Open Software' an.

Über die Perspektive politischen Handelns hinaus wurden im Rahmen der Ferienakademie technische Möglichkeiten im Bereich Cyber-Forensik und IT-Sicherheit sowie normativ-ethische Aspekte behandelt. Die Referentinnen und Referenten, die sich in das Bildungshaus Schloss Spindlhof bei Regensburg aufgemacht hatten, trafen dabei auf sehr interessierte und engagierte Studierende, die sich nicht zuletzt aufgrund der Aktualität des Themas und der je eigenen Betroffenheit in besonderer Weise in die Diskussion einbrachten. Mehrtägige Workshops in Kleingruppen zu Kryptographie, zu automatisierten und autonomen Waffen oder historischen Analogien ergänzten die Vorträge.

Text und Fotos: Dr. Johannes Stollhof, Akademieleitung

 

 


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