Pressemitteilung

Bonn, 4. November 2019

Verleihung des Cusanus-Preises 2019 an zwei herausragende Projekte

Die Cusanus-Preise 2019 für besonderes ehrenamtliches Engagement gehen an Dr. Reginamaria Eder für Halte Utile Pour Jeunes Filles und an Marlene Gärtner für Bridging Gaps e.V. Der mit insgesamt 10.000 Euro dotierte Preis wird seit 2009 von der Stiftung Begabtenförderung Cusanuswerk an ehemalige und aktive Stipendiatinnen und Stipendiaten des Cusanuswerks vergeben. Die Verleihung fand am 22. November 2019 im Haus am Dom in Frankfurt statt.

In seiner Laudatio würdigte Prof. Dr. Ulrich Abshagen, Senator e.h., den hohen persönlichen Einsatz und den Gestaltungswillen der diesjährigen Preisträgerinnen: Dr. Reginamaria Eder schaffe mit mehreren Sozialzentren in Douala seit über zwei Jahrzehnten eine Perspektive für junge Frauen in Not in Kamerun. Marlene Gärtner setze sich nachhaltig für Jugendliche in Südafrika und Deutschland ein, die Alltagsrassismus erfahren. „Akademische Leistungen sind messbar, werden publiziert und auch zertifiziert. Gesellschaftliches und soziales Engagement ist dagegen oft nur den betroffenen Kreisen bekannt. Um diesen herausragenden Einsatz für das Gemeinwohl öffentlich sichtbar zu machen, hat die Stiftung Begabtenförderung Cusanuswerk vor mehr als zehn Jahren beschlossen, alle zwei Jahre dafür einen Preis auszuloben“, so Prof. Abshagen.  

Marlene Gärtner sagte: „Die Auszeichnung mit dem Cusanus-Preis 2019 ist eine große Anerkennung für unsere fünfjährige ehrenamtliche Arbeit. Wir fördern wertschätzende Beziehungen und internationalen Austausch zwischen deutschen und südafrikanischen Jugendlichen. Dieses Engagement ist immer wieder persönlich herausfordernd, weil wir dazu ermutigen, Überzeugungen und Privilegien auf den Prüfstand zu stellen und ein verletzungsfreies Zusammenleben zu ermöglichen.“ Das Preisgeld von 5.000 Euro setzt der von ihr mitgegründete Verein Bridging Gaps e.V. für den Ausbau des internationalen Jugendaustauschs ein.

Dr. Reginamaria Eder betonte die Bedeutung der Förderung durch das Cusanuswerk: „Das Cusanuswerk hat mir nicht nur das Medizinstudium ermöglicht, es war für mich ein Ort der Begegnung mit Studierenden anderer Disziplinen. Das ging genau in die Richtung, die ich gesucht habe. Ich wollte etwas für den Menschen als Ganzen tun: mit seiner Kultur, seinem Glauben und seiner Sozialisation.“

Die Auswahl der Cusanus-Preise in Höhe von insgesamt 10.000 Euro nahm eine Jury, bestehend aus Prof. Dr. Ulrich Abshagen, Senator e.h., Heidelberg Innovation Fonds Management GmbH, Dr. Stefan Leifert, ZDF, Brüssel, sowie Dr. Thorsten Wilhelmy, Wissenschaftskolleg Berlin, vor. Die Festrede des Abends zum Thema Finanzmärkte und gesellschaftlicher Wohlstand: Lehren aus der Finanzkrise hielt Prof. Dr. Claudia M. Buch, Vizepräsidentin der Deutschen Bundesbank, Frankfurt.
 

Die Preisträgerinnen und ihre Projekte

Dr. Reginamaria Eder: Halte Utile Pour Jeunes Filles (HUPJEFI)

Die Lebensumstände vieler Mädchen und junger Frauen in Douala sind geprägt von Armut, Gewalterfahrungen und Zwangsprostitution. In den Sozialzentren von Halte Utile Pour Jeunes Filles (HUPJEFI), die Frau Dr. Reginamaria Eder mitgegründet und aufgebaut hat, finden Mädchen und junge Frauen in Not eine Perspektive: Sie werden verpflegt und können eine Schul- sowie eine erste grundlegende Berufsausbildung absolvieren. Seit Gründung des ersten Sozialzentrums vor rund 20 Jahren wurden über 650 junge Frauen auf diese Weise unterstützt.

Frau Dr. med. Reginamaria Eder ist Ärztin und Psychotherapeutin. Sie wurde während ihres Medizinstudiums von 1977 bis 1982 vom Cusanuswerk gefördert. Weitere Informationen zum Engagement von Frau Dr. Eder unter: www.eder-stiftung.de

Marlene Gärtner: Bridging Gaps e.V.

Gesellschaftliche Vorurteile und Alltagsrassismus in Deutschland und Südafrika abzubauen, ist das Ziel des 2015 von Marlene Gärtner und weiteren Konstanzer Studierenden gegründeten Vereins Bridging Gaps e.V. Ein Team in Südafrika organisiert regelmäßige „Bridges Camps“, auf denen Jugendliche aus unterschiedlichen Umfeldern zusammenkommen, um durch den Kontakt miteinander Alltagsrassismus zur Sprache zu bringen. Über 250 Jugendliche konnten seit 2015 an den Camps teilnehmen. In Deutschland führt der Verein öffentlichkeitswirksame Projekte im Bereich der Bildungsarbeit durch. 2017 rief Bridging Gaps e.V. einen Deutsch-Südafrikanischen Jugendaustausch ins Leben, der in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal stattfand.

Marlene Gärtner promoviert in angewandter Erzählforschung im Migrationskontext. Sie wird seit 2018 in der Promotionsförderung des Cusanuswerks gefördert. Weitere Informationen zum Engagement von Frau Gärtner unter: www.bridginggapsev.com

Hintergrund:

Die Stiftung Begabtenförderung Cusanuswerk vergibt den Cusanus-Preis seit 2009. Sie ist eine als gemeinnützig anerkannte, rechtsfähige Stiftung des privaten Rechts. 2002 gegründet verfolgt sie den ausschließlichen Zweck, die Arbeit der Bischöflichen Studienförderung Cusanuswerk zu unterstützen.

Die Bischöfliche Studienförderung Cusanuswerk ist das Begabtenförderungswerk der katholischen Kirche in Deutschland. Mit staatlichen, kirchlichen und privaten Zuwendungen hat das Cusanuswerk bereits rund 10.000 hochbegabte katholische Studierende und Promovierende gefördert – ideell und finanziell. Das Cusanuswerk wurde 2019 von der European Foundation for Quality Management mit dem Zertifikat „EFQM Recognized for Excellence – 4 star“ ausgezeichnet.

Nähere Informationen zum Cusanus-Preis und zur Arbeit der Stiftung Begabtenförderung Cusanuswerk

Kontakt

Dr. Birgitta Krumrey
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Cusanuswerk. Bischöfliche Studienförderung
birgitta.krumrey@cusanuswerk.de
Tel.: 0228 98384-12
 

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