0526 Der jüdisch-christliche Kunstwettbewerb für den Kölner Dom und antijüdische Bilder im christlichen Kirchenraum

Datum: 24.04. - 26.04.2026

Ort: Cusanushaus Mehlem

Leitung: Prof. Dr. Reinhard Hoeps & Thomas Frings - Geistliche Begleitung:



Inhalte der Veranstaltung

In den Kölner Dom zieht ein spektakuläres Kunstwerk ein: Über dem 1422 von Stefan Lochner geschafenen Altar der Stadtpatrone mit seiner euphorisch bunten
Darstellung christlicher Glaubensinhalte wird eine neue, monumentale Wandmalerei entstehen: Sie wird das Steinfundament des Thoraschreins aus
der zerstörten mittelalterlichen Synagoge Kölns in Originalgröße zeigen – visuell schwebend vor tief schwarzem Hintergrund. Künstlerin ist die Altcusanerin
Andrea Büttner, Professorin an der Akademie der Bildenden Künste München, die mit diesem Entwurf im April 2025 den internationalen Wettbewerb für ein
jüdisch-christliches Kunstwerk im Kölner Dom gewonnen hat.

Tief und konliktvoll ist die Beziehungsgeschichte, die hiermit in den Blick genommen wird und uns vor Augen tritt: Das Christentum hat seine Wurzeln im
Judentum. Von Anfang an haben Christen sich auf diese Wurzeln besonnen, ihre Identität aber auch in der Abgrenzung gegenüber dem Judentum gesucht. Der
Antijudaismus ist dabei ein durchgängiges Motiv in der Geschichte des Christentums.
In Köln lässt sich eine jüdische Gemeinde bereits für das frühe 4. Jahrhundert zeitgleich mit der ersten Christengemeinde nachweisen. Juden wurden
zeitweise toleriert, wiederholt aber auch aus der Stadt vertrieben. So finden sich im Kölner Dom Darstellungen von Juden aus allen baugeschichtlichen Phasen,
meist, aber nicht ausschließlich, mit antijüdischer Tendenz.
Im Umgang mit diesen Bildern ging man in Köln einen innovativen und beeindruckenden Weg, um die Beziehung zwischen Christen und Juden mit der Entwicklung
neuer Bilder voranzutreiben: Prof. Dr. Reinhard Hoeps, der Initiator des Wettbewerbs, und Thomas Frings, Referent für Interreligiösen Dialog in der Erzdiözese
Köln, führen uns während der Veranstaltung in die Geschichte des Antijudaismus ein, diskutieren den Wettbewerb und seine Entwürfe, aber auch den Kontext des
heutigen jüdisch-christlichen Dialogs.

Im Rahmen der Veranstaltung wird eine Exkursion nach Köln durchgeführt. Es wird zwei Rundgänge durch und um den Dom geben, die sowohl die Baugeschichte
als auch die antijüdischen Darstellungen im Dom beleuchten.

Beginn: Freitag, 24.04.2026, 18.00 Uhr

Ende: Sonntag, 26.04.2026, 13.00 Uhr 

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