Jahrestagung 2022
Welt-Kirche im Aufbruch. Fokus: Afrika

Datum: 09.06. - 12.06.2022

Ort: Kasteel de Berckt - Baarlo, Niederlande

Leitung: Dr. Thomas Scheidtweiler - Geistliche Begleitung: Pater Clemens Blattert SJ

Bei der Jahrestagung gilt die 2Gplus-Regel. Bitte bestätigen Sie auf dem Anmeldeformular, dass Sie vollständig geimpft und ggf. geboostert sind und laden Sie Ihren Impfnachweis über unsere Omnibus-Plattform unter der Kategorie „Impfstatus 2G“ hoch. Das Zertifikat wird unmittelbar nach der Überprüfung wieder gelöscht. Zudem benötigen Sie bei der Anreise die Bescheinigung eines negativen Testergebnisses (Bürgertest), das bei der Überprüfung nach Ihrer Ankunft nicht älter als 24 Stunden ist.

Die Anmeldefrist ist abgelaufen.

Inhalte der Veranstaltung

Die Rolle der Nation wird zunehmend in Frage gestellt, die Globalisierung ist ein Imperativ von Politik und Wirtschaft, transnationale Organisationen gewinnen immer mehr an Bedeutung für die Regulierung von Interessengegensätzen und bei der friedlichen Lösung von Konflikten. Eine Organisation, die der älteste ‚Global Player‘ ist, wird dabei oft zu wenig ins Kalkül gezogen: die römisch-katholische Kirche.

Als größte institutionell organisierte Religionsgemeinschaft, überhaupt als die größte Institution der Welt, umfasst die römisch-katholische Kirche eine globale Infrastruktur mit rund 3000 Diözesen. Ihr gehören 1,3 Milliarden Mitglieder in 24 Teilkirchen an; 1,2 Milliarden zählen zur lateinischen Kirche, die – wie die 23 katholischen Ostkirchen – den  Jurisdiktionsprimat des Papstes anerkennt. Die Zahl der Katholikinnen und Katholiken wächst in etwa so schnell wie die Weltbevölkerung – fast jeder fünfte Mensch ist katholisch. Das stärkste Wachstum wird in den Ländern Afrikas verzeichnet: Zwar leben hier nur 19 % der katholischen Weltbevölkerung (vs. 21 % in Europa, wo jedoch 41 % aller Priester und 31 % aller Bischöfe leben), aber 54 % der Mitglieder, die nach der jüngsten vatikanischen Statistik binnen eines Jahres neu hinzugezählt wurden. Diese Zahlen geben allen Grund, sich mit der ‚Weltkirche‘ zu befassen, insbesondere auch mit der Entwicklung in den Ländern Afrikas. Der Zeitpunkt hierfür könnte nicht besser sein: Im Oktober 2021 hat der Prozess einer weltweiten Bischofssynode begonnen, an der ‚das ganze Volk Gottes‘ beteiligt sein soll und der in die eigentliche  Weltbischofssynode im Oktober 2023 einmündet.

Die mediale Präsenz von Papst und Kirche geht einher mit einer auffälligen Machtlosigkeit der Kirche römisch-katholischer Prägung, wenn es um konkrete Politik geht. Täuscht die öffentliche Wahrnehmung über einen realen Bedeutungsverlust hinweg, oder spielt die Kirche zu Recht eher eine Rolle im Karitativen und als moralische Instanz, auf die man sich beruft, wenn es opportun erscheint?

Mit diesem Jahresthema möchte das Cusanuswerk in Kirchenfragen eurozentrische Perspektiven hinter sich lassen und in den Diskurs darüber eintreten, wie die Austauschprozesse zwischen den Kontinenten einen Wandel herbeiführen könnten, der die oft implizit oder explizit vorgenommene Hierarchisierung von (vermeintlichem) Zentrum und (vermeintlicher) Peripherie aufheben kann.

Der südliche Nachbarkontinent soll den Schwerpunkt der Diskussion bilden. Weltkirche wird auch als Lern-, Gebets- und Solidargemeinschaft verstanden. Was können die Kirchen und Gesellschaften Europas und Afrikas voneinander lernen – und wie beurteilen sie die Entwicklung des jeweils anderen? Die Frage, in welchem Verhältnis die weltweite Glaubensgemeinschaft aller Katholikinnen und Katholiken zu den einzelnen Ortskirchen steht, lässt sich unter verschiedenen Aspekten betrachten. Wie verlaufen Austauschprozesse – etwa im Blick auf die pastorale Praxis oder auf die weltkirchliche Kontextualisierung ortskirchlicher Reformprozesse? Wie wirken sich regionale Transformationen und  Umbrüche auf die Weltkirche aus?

Weltweit stehen auch ungezählte Katholikinnen und Katholiken vor existenziellen Bedrohungen, die Ursachen für Flucht und Migration sein können. In diesem Kontext stellt sich die Frage nach den Möglichkeiten, diese zu beeinflussen. Als „Global  Player“ ist die katholische Kirche gefragt, wenn es um Antworten auf globale Herausforderungen geht. Einen Einblick in die Praxis können hier vor allem katholische Hilfswerke und kirchennahe Verbände geben.

Gleichzeitig lenkt die von Papst Franziskus erhobene Forderung, die Weltkirche solle missionarischer werden, den Blick auf das Glaubenszeugnis afrikanischer Kirchen sowie auf charismatische und pentekostale Bewegungen. Sie kann aber nicht  ohne die historische Perspektive auf Mission und Kolonialgeschichte gedacht werden.

 

Hinweis: Neuaufgenommene Cusanerinnen und Cusaner sind herzlich eingeladen, an unserem Einführungstag für neu aufgenommene Stipendiatinnen und Stipendiaten unmittelbar vor der Jahrestagung teilzunehmen (9. bis 10. Juni 2022)! Die Anmeldung erfolgt zusammen mit der Anmeldung für die Jahrestagung.     

 

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