Graduiertentagung II – 2019/20
Überführt. Auftrag und Methoden der Forensik

Datum: 07.10. - 13.10.2019

Ort: Benediktinerpriorat Huysburg - 38838 Dingelstedt-Röderhof

Leitung: N.N. - Geistliche Begleitung: Lars Hofnagel

Die Anmeldefrist ist abgelaufen.

Inhalte der Veranstaltung

Forensik fasziniert. Nicht nur Film und Fernsehen, auch aufsehenerregende Aufklärungen sogenannter cold cases, lenken die öffentliche Aufmerksamkeit immer wieder auf die wissenschaftlichen und technischen Arbeitsgebiete, die sich der systematischen Untersuchung krimineller Handlungen widmen.

Unabhängig von ihrer Faszination kommt der Forensik in Rechtstaaten eine bedeutsame Rolle zu. Da Strafverfahren mit der Verhängung von Strafen wesentlich in das Selbstbestimmungsrecht des oder der Betroffenen eingreifen können, beinhaltet das aus dem Rechtstaatsprinzip abgeleitete Recht auf ein faires Verfahren die Unschuldsvermutung, die in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen (1948, Art. 11 Abs. 1) formuliert ist: „Jeder Mensch, der einer strafbaren Handlung beschuldigt wird, ist solange als unschuldig anzusehen, bis seine Schuld in einem öffentlichen Verfahren, in dem alle für seine Verteidigung nötigen Voraussetzungen gewährleistet waren, gemäß dem Gesetz nachgewiesen ist.“ Forensik kann hier in nicht unerheblichem Maße zur Klärung der Schuldfrage beitragen.

Der wissenschaftliche Fortschritt der Moderne ermöglicht es der Forensik, immer neue Meilensteine und Standards in der Analyse und Rekonstruktion von Straftaten zu erreichen und damit den Ansprüchen an ein faires Gerichtsverfahren immer weiter Rechnung zu tragen. Aufgrund der hohen Bedeutung von Strafverfahren für die Beteiligten erscheint es geboten, forensische Verfahren und Methoden selbst sowie die mit ihrer Hilfe gewonnenen Indizien und Beweismittel hinsichtlich Aussagekraft, Relevanz und Zulässigkeit nicht erst in den eigentlichen Strafverfahren kritisch zu hinterfragen. Insbesondere in Fällen, in denen die menschliche Psyche als Teil der Bewertung von Schuld in den Fokus rückt, stellen sich auch hinsichtlich der Fehleranfälligkeit forensischer Erkenntnisse und Methoden viele Fragen, denen im Rahmen der Graduiertentagung nachgegangen werden soll.

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