Graduiertentagung I – 2021/22
;-) – Ästhetik im digitalen Raum

Datum: 06.10. - 10.10.2021

Ort: DJH Jugendherberge Heidelberg International - 69120 Heidelberg

Leitung: Dr. Esther-Luisa Schuster - Geistliche Begleitung: Lars Hofnagel

Die Anmeldefrist ist abgelaufen.

Inhalte der Veranstaltung

Der „digitale Raum“ – selten zeigte sich seine Notwendigkeit, im wahrsten Sinne des Wortes, so deutlich wie im Jahr 2020. Die Welt war nicht mehr „zu Gast“, sondern bei einem jeden zuhause. Aber „neu“ ist dieses Phänomen freilich nicht.

Die Digitalisierung von kultureller Produktion fasziniert schon lange und fügt den klassischen analogen Medien, wie dem Buch, dem Rundfunk und dem Fernsehen, aber auch der bildenden Kunst unzählige Dimensionen hinzu. Der Hypertext zum Beispiel ermöglicht eine nichtlineare Lektüre und gibt dem Leser gleichzeitig die Möglichkeit, selbst zu steuern, in welcher Reihenfolge und Tiefe er die angebotenen Links, Videos, Bilder und anderen Dateien rezipiert. Und nicht nur das: Produzent und Rezipient sind auf einmal nicht mehr klar voneinander zu trennen. Kommentarfunktionen, Wikis, Likes… es gibt zahlreiche Möglichkeiten, die digitalen Inhalte partizipativ weiterzuentwickeln.

Angeregt von drei Impulsvorträgen gibt die Graduiertentagung Ihnen die Gelegenheit, ästhetische Kategorien im digitalen Raum interdisziplinär zu erforschen. Mit dem Fokus auf der bildenden Kunst stehen hier drei Aspekte im Vordergrund:

  • Wie entwickelt sich der Kunstbegriff im digitalen Raum? Welche Aktionsräume öffnen sich für Künstler und die Rezipienten?
  • Wie ändert sich neurowissenschaftlich die Rezeption von digitaler Kunst? Wie funktioniert Neuroästhetik digital?
  • Wem „gehören“ die Kulturgüter im Netz? Wer ist Urheber und welche Rechte hat der Künstler an seinem Werk, wenn er es im digitalen Raum präsentiert?
  • In einem Workshop erfahren und erleben Sie zudem selbst, wie sich Kunst in den digitalen Raum transferieren lässt.

Gemeinsam diskutieren wir vor dem Hintergrund Ihrer eigenen, noch frischen Erfahrungen im „digitalen Raum“, wie sich Rezeptions- und Produktionskonventionen verändert haben und die kulturelle Vielfalt bereichern können. „Früher war alles besser!“ oder „Digitalisierung first – Bedenken second“?

Kommen Sie mit auf eine Entdeckungsreise in den digitalen Raum, frei nach Marshall McLuhans Buchtitel „The Medium is the massage“1  ;-)

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1 Das ist kein Tippfehler! Ursprünglich tatsächlich ein Fehler des Setzers beim Layout des Titels, befand McLuhan „Leave it alone! It's great, and right on target!“. Seine These: Das Medium „massiert“ die menschlichen Sinne. Daher ist die zentrale Frage nicht, wie die Inhalte, die durch die Medien transportiert werden, auf den Menschen wirken, sondern wie das Medium selbst die menschliche Wahrnehmung beeinflusst.

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