Graduiertentagung II – 2021/22
Zwischen Baum und Borke. Exkursion in die Forstwissenschaften

Datum: 11.10. - 17.10.2021

Ort: HVHS Gottfried Könzgen - 45721 Haltern am See

Leitung: Stephanie Kirsch - Geistliche Begleitung: Martin Reimer

Die Anmeldefrist ist abgelaufen.

Inhalte der Veranstaltung

Die Beziehung zwischen Menschen und ihren Wäldern ist in hohem Maße von Nutzen und Ausnutzen, von Schutz und Pflege, Pragmatismus und Gedankenlosigkeit geprägt. Dies bezeugen nicht nur die Proteste rund um den Ausbau des Braunkohletagebaus Hambach in NRW oder die Protestaktionen um den Ausbau der A 49 durch den Dannenröder Forst in Hessen; auch auf internationaler Ebene führt die (Aus-)Nutzung von Wäldern immer wieder zu Debatten und rechtlichen Auseinandersetzung. So rufen auch die Proteste gegen den Umgang der brasilianischen Regierung mit den lokalen Regenwäldern im Amazonasgebiet oder der mediale Aufschrei während der Waldbrände in Australien und Kalifornien die so enge wie ambivalente Beziehung zwischen Menschen und Natur in Erinnerung.

Was kennzeichnet aber eigentlich einen „Wald“? Welche Rolle spielen Wälder und der menschliche Eingriff in diese im Rahmen des Klimawandels? Wie können wirtschaftliche, politische und ökologische Interessen im Waldbau nachhaltig vereint werden?  Werden Wälder trotz aller Umweltschutzbemühungen nicht zu sehr durch unsere ökonomische Nutzung ausgebeutet und wie können oder sollten wir dem entgegenwirken?  
Mit einer - im übertragenden Sinne - Exkursion in die Forstwissenschaften soll während der Graduiertentagung diesen Fragen nachgespürt werden.

Der Fokus liegt auf der Situation in Mitteleuropa, doch wird der Blick auch auf die globale Situation geweitet, überschreiten doch aktuelle wissenschaftliche und politische Streitfragen im Themenbereich Waldnutzung zwischen Rohstoffversorgung und Umweltschutz unweigerlich die nationalen Grenzen. Gemeinsam mit Expertinnen und Experten diskutieren wir über Wälder als Ökosysteme, Fragen der Resilienz im Angesicht von Umweltschutz und Klimawandel, das Wirtschaftsobjekt „Wald“ sowie Entwicklungen des Umweltrechts und der internationalen Zusammenarbeit.

Ganz praktisch wird eine – diesmal wörtlich zu lesende - Exkursion in die Wälder um den Tagungsort Haltern angesprochene Problematiken vor Augen führen und zum Austausch einladen.
Im Rahmen der Tagung erhalten Sie so einen differenzierten Blick auf das Problemfeld Wald aus forst- und naturwissenschaftlicher Sicht. Gemeinsam wollen wir Zukunftsperspektiven für die so ambivalente Beziehung zwischen Menschen und ihren Wäldern entwickeln.   

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