Ferienakademie 5 – 2019/20
"Ein Teil dieser Antworten würde die Bevölkerung verunsichern". Sicherheit als Menschenrecht

Datum: 18.08. - 30.08.2019

Ort: Akademie Franz Hitze Haus - 48149 Münster

Leitung: Dr. Bernadette Große-Veldmann - Geistliche Begleitung: Dr. Siegfried Kleymann

Die Anmeldefrist ist abgelaufen.

Inhalte der Veranstaltung

„Ein Teil dieser Antworten würde die Bevölkerung verunsichern.” – Diese Antwort gab der damalige Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière auf die Frage, worin die akute Bedrohungslage bestand, aufgrund derer das Fußball-Länderspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am 17. November 2015 in Hannover kurzfristig abgesagt werden musste. Eine von de Maizière gut gemeinte Aussage schlug jedoch – vier Tage nach den verheerenden Terrorangriffen in Paris – ungleich höhere Beunruhigungswellen. Aufgrund einer angespannten internationalen Sicherheitslage und eines transnational agierenden, kaum lokalisierbaren Terrorismus sah und sieht sich die Bevölkerung einer wenig greifbaren und dafür umso gefährlicheren Bedrohung ausgesetzt. Die Gefährdung der eigenen und nationalen Sicherheit ist in aller Munde und das Bedürfnis nach mehr Sicherheit groß.

Gründe für ein wachsendes Sicherheitsbedürfnis gibt es aber noch weitere. Denn das Gefährdungsspektrum für Frieden und Sicherheit ist heute vielfältiger und unkalkulierbarer denn je. Neben transnationalem Terrorismus, zwischenstaatlichen Konflikten, zerfallenden Staaten und nuklearen Bedrohungen werden auch immer häufiger Konflikte im Cyberraum ausgetragen: Vom Hacker- und Virenangriff bis hin zu komplexen, schwer erkennbaren Attacken. Diese führen nicht nur zu wirtschaftlichen Schäden, sondern auch zu politischer Destabilisierung, beispielsweise durch über das Internet verbreitete Propaganda oder Falschmeldungen.

Damit einhergehend hat sich auch das Verständnis darüber, was nationale Sicherheit umfasst und durch wen und wodurch sie bedroht wird, seit den konventionellen Konflikten der Weltkriege und der nuklearen Bedrohung des Kalten Krieges wiederholt gewandelt und stellt damit die Sicherheitspolitik vor neue Herausforderungen. Stand früher die Wahrung der territorialen Integrität eines Staates im Zentrum seiner sicherheitspolitischen Überlegungen, so rückten in der jüngeren Vergangenheit Terrorismus, asymmetrische Konflikte sowie neuartige Methoden der Hybrid- und Cyberkriegsführung als Bedrohungen für die weltweite Stabilität und Frieden und die Sicherheit westlicher Länder in den Vordergrund.

Während der Ferienakademie sollen daher folgende Leitfragen behandelt werden: Was sichert erfolgreiche Sicherheitspolitik, wenn militärische Auseinandersetzungen nicht mehr nur die territoriale Integrität eines Landes bedrohen und wie kann Sicherheit heute und in Zukunft gewährleistet werden? Wie kann Sicherheit als Grundvoraussetzung für Entwicklung gewährleistet werden und wodurch wird Sicherheit als Menschenrecht bedroht? Wie hat sich die Perspektive der Sicherheitspolitik im Laufe der letzten Jahrzehnte verändert?

Gemeinsam mit eingeladenen Expertinnen und Experten widmen wir uns politik- und rechtswissenschaftlichen Perspektiven, nehmen aber ebenso auch geschichtliche und naturwissenschaftliche Aspekte in den Blick, um die verschiedenen Themenfelder in einem interdisziplinären Umfeld kritisch zu diskutieren.

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