Ferienakademie 1 – 2019/20
Familie – Streitfall und Sehnsuchtsort

Datum: 21.07. - 02.08.2019

Ort: Haus Werdenfels - 93152 Nittendorf

Leitung: Dr. Mirjam Rossa - Geistliche Begleitung: Gabriele Landler

Die Anmeldefrist ist abgelaufen.

Inhalte der Veranstaltung

Familie hat Konjunktur: in den aktuellen gesellschaftlichen Diskursen, politischen Programmen und in den Kulturwissenschaften. Familienmodelle und Entscheidungen für oder gegen einen bestimmten Lebensentwurf werden häufig hitzig und meist wertend diskutiert. Dabei sind wir durch unsere Sozialisation per se Teil einer familiären Gemeinschaft, die uns geprägt hat und unser heutiges Verständnis von Familie färbt.

Diese Ferienakademie soll die Sicht auf das Thema „Familie“ weiten und eine breite und interdisziplinäre Diskussion über das Paradigma der tradierten Form von Familie ermöglichen. Aus soziologischer Perspektive soll dazu ein interkultureller und internationaler Vergleich dienen und über das westeuropäische Konzept von Familie hinausweisen. Neben der vergleichsweise „neuen“ Form der bürgerlichen Kleinfamilie soll das Konzept der generationen- und grenzüberschreitenden Verantwortungsgemeinschaft der Großfamilie vorgestellt werden. Hieraus ergibt sich die Frage, welche Umstände und Gesellschaften bestimmte Arten von Familienmodellen hervorbringen und fördern.

Jenseits des Säkularen liefert die katholische Theologie und Ethik Vorgaben zur Ausgestaltung und Pflege familiärer Bande. Schließlich ist die christliche Ehe als „Sakrament der Gegenwart Gottes in der Liebe“ Ausgangspunkt für Familie und impliziert die Offenheit der Ehepartner für Nachwuchs. Dass dieser für viele Menschen nicht selbstverständlich ist, Elternschaft manchmal mit medizinischen Mitteln erreicht wird und dabei für Mensch und Gesellschaft neue Herausforderungen entstehen, soll im Rahmen der Akademie zum Thema „Familie“ diskutiert werden. Zudem soll der Frage nach der Wirksamkeit arbeitsmarkt- und familienpolitischer Maßnahmen nachgegangen werden.

In fünf Arbeitsgruppen mit geistes- und kulturwissenschaftlichen Schwerpunkten, u. a. einer Performance zu familiären „Erinnerungsrequisiten“ sowie einer Schreibwerkstatt soll den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ermöglicht werden, eine ganz persönliche Perspektive auf das Thema „Familie" einzunehmen. Unter der Anleitung einer Kunsthistorikerin wird eine Ausstellung zu „Familienbildern“ der letzten Jahrhunderte im Kontext politischen Wandels „kuratiert“. Die Lektüre mittelalterlicher Literatur wird historische Entwicklungen von Ehe und Familie aufzeigen; eine weitere Arbeitsgruppe zu moraltheologischen Perspektiven wird amtskirchliche Impulse und ausgewählte kirchliche Texte zum Thema Ehe und Familie – auch im internationalen Vergleich – erarbeiten. Darüber hinaus sind alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer dazu eingeladen, sich im Rahmen von Kurzvorträgen, Diskussionsrunden usw. zum Akademiethema einzubringen.

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