Ferienakademie 20 – 2021/22
Volks_Begehren. Neue Formen politischer Partizipation und Repräsentation

Datum: 20.02. - 25.02.2022

Ort: LVHS St. Gunther - 94557 Niederalteich

Leitung: Dr. Martin Reilich (Ansprechpartnerin: Sophia Fazio) - Geistliche Begleitung: Sr. Maria Wolfsberger MC

Die Anmeldefrist ist abgelaufen.

Inhalte der Veranstaltung

Die Nachwehen der US-amerikanischen Präsidentschaftswahl 2020 waren historisch beispiellos: Ein Präsident, der den Wahlsieg seines Nachfolgers nicht anerkennt und die Übergabe der Amtsgeschäfte hinauszögert, politische Lager, die sich scheinbar unversöhnlich gegenüberstehen und schließlich eine wütende Menge, die das zentrale Repräsentationsorgan der amerikanischen Demokratie, den Kongress, erstürmt und verwüstet. Der Streit um die Hauptlinien der politischen Agenda und – damit verbunden – um deren machtpolitische Repräsentation vollzieht sich nicht zwischen den Parteien, sondern auch innerhalb der Parteien, wie sich an der Diskussion um die Kabinettsbesetzung Joe Bidens gezeigt hat.

Identitätspolitische Interessen bestimmen die öffentlichen Debatten über die Anerkennung politischer Partizipation und entsprechend die Angemessenheit politischer Repräsentation. Welche politischen Argumente lassen sich dafür ins Feld führen, dass ein Regierungskabinett ein möglichst genaues Spiegelbild der obsiegenden Wählerschaft abbilden sollte? Ließe sich überlegen, dass ein demokratisch verfasstes Parlament ein möglichst genaues Spiegelbild der Bevölkerung sein muss, damit wahre politische Repräsentation gegeben ist? Nach welchen Maßgaben wären relevante (soziale) Gruppen hier zu identifizieren?

In Deutschland haben Verfassungsgerichte in den Bundesländern Thüringen, Brandenburg und Bayern jüngst sogenannte Paritätsgesetze bzw. entsprechende Forderungen danach eindeutig für verfassungswidrig erklärt – die Stimmung nach Anpassungen politischer Repräsentation aber werden auch in Deutschland zunehmend vernehmbarer: In Zeiten des Wandels politischer (Debatten-)Kultur, der Ausweitung neuer digitaler Möglichkeiten der Vernetzung, der Meinungsbildung und des Aktivismus; der veränderten Öffentlichkeiten und gesellschaftlichen Diskurse, neuen Formen sozialer, zum Teil populistischer Bewegungen, Bürgerinitiativen, Bürgerbeteiligungen und Dialogformate stellt die Akademie Fragen nach dem Stand und der zukünftigen Entwicklung politischer Partizipation und (verfassungsgemäßer) Repräsentation und gibt systematisch wie exemplarisch Antworten in der Perspektive unterschiedlicher akademischer Disziplinen. Ausgehend von politischen und demokratietheoretischen Überlegungen zeigt sie Voraussetzungen wie Verhältnisse, Krisen wie Herausforderungen auf und analysiert anhand konkreter Beispiele veränderten Notwendigkeiten, neue Formen, und innovative Möglichkeiten demokratischer Teilhaben und politischer Repräsentation.

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