Ferienakademie 14 – 2021/22
Auf der Seidenstraße. Wirtschaftsmacht China

Datum: 29.08. - 03.09.2021

Ort: Ludwig-Windthorst-Haus - 49808 Lingen

Leitung: Dr. Andrea Kleene - Geistliche Begleitung: Pater Elmar Salmann OSB

Die Anmeldefrist ist abgelaufen.

Inhalte der Veranstaltung

Die Zeiten, als China noch „die billige Werkbank des Westens“ war, sind vorbei. Zwar werden hier noch immer viele einfache Massengüter wie Spielzeuge, Stahlprodukte o. Ä. für die ganze Welt hergestellt, doch setzt die Volksrepublik zunehmend auf die Produktion von Hochtechnologieprodukten (z. B. Automobile, Flugzeuge) ebenso wie auf Schlüsseltechnologien wie Elektromobilität, Biotechnologie, Nanotechnologie, Big Data oder künstliche Intelligenz. Mit seiner Strategie „Made in China 2025“ strebt China die weltweite Marktführerschaft in allen wichtigen Industriezweigen der Zukunft an. Dass die Volksrepublik dies auch durchsetzen kann, hat das „Reich der Mitte“ beispielsweise bereits auf dem Gebiet der Solarindustrie gezeigt, in dem chinesische Hersteller inzwischen den Weltmarkt dominieren.  

Die deutsche Wirtschaft ist heute essentiell mit der Chinas verwoben: So sind derzeit mehr als 5000 deutsche Unternehmen in China aktiv, in Deutschland gibt es mehr als tausend chinesische Unternehmen. Exporte nach China machen zwei Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts aus; für einige Branchen ist China bereits der größte Markt.

Auch die meisten Importe Deutschlands stammten 2019 aus China, darunter vor allem elektronische Waren (31 %), Elektrotechnik (13,1 %) sowie Textilien/Bekleidung (9,7 %).1 Ein Verkehrsweg, über den uns die Güter erreichen, ist die neue Bahnverbindung zwischen Duisburg und dem chinesischen Chongqing, die Teil der „Neuen Seidenstraßen“ ist – ein riesiges Infrastrukturprojekt, mit dem Pekings Führung neue Handelsrouten und Märkte erschließen will.

Ein Fokus der Ferienakademie wird auf dem Neue Seidenstraßen-Projekt Chinas liegen mit den folgenden Leitfragen: Was ist genau unter dem Neuen Seidenstraßen-Projekt zu verstehen, welche Zielsetzungen sind damit verknüpft und mit welchen Mitteln werden diese Ziele erreicht? Worin bestehen Chancen oder Gefahren und wer profitiert von diesem Programm? Wie stehen europäische Regierungen und Gesellschaften zu diesem Großprojekt?

Über allem steht die Frage, was wir in den nächsten Jahren von China erwarten können: Prognosen zufolge erwartet China in diesem und in den darauffolgenden Jahren nach weitgehend überwundener Corona-Krise einen deutlichen Anstieg des BIP um je fast 6 %.2 Das Centre for Economics and Business Research sieht die Volksrepublik auf dieser Grundlage in ein paar Jahren an der Spitze aller Volkswirtschaften: „We now think that the Chinese economy in dollar terms will overtake the US economy in 2028, a full 5 years earlier than we thought last year.“3

Neben einer genauen Analyse darüber, wie China den Übergang von der „Werkbank der Welt“ hin zur erfolgreichen Innovationswirtschaft gelungen ist, wollen wir uns auf der Ferienakademie auch mit Pekings Beziehungen zum Westen beschäftigen: Wie begegnen vor allem Europa und die USA der Volksrepublik? Ist die Beziehung zwischen den USA und China gerade vor dem Hintergrund der Konkurrenzsituation als neuer „Kalter Krieg“ zu betrachten?

Darüber hinaus soll auch die 1,44 Milliarden umfassende Bevölkerung Chinas (Stand: 2020) in den Blick genommen werden. In diesem Kontext werden auch das Überwachungssystem Chinas, die Verhältnisse in Taiwan und Hongkong ebenso wie die aktuelle Lage der Uiguren angesprochen.

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Vgl. Germany Trade & Invest 2020. URL: https://www.gtai.de/gtai de/trade/weltkarte/europa/deutschland-118918 (letzter Zugriff: 18.1.2021).
Vgl. Worls Economics League Table 2021. URL: https://cebr.com/wp content/uploads/2019/12/World-Economic-League-Table-Report-2020-Final.pdf (letzter Zugriff: 18.1.2021).
World Economic League Table 2021, S. 71.

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