Effiziente und effektive Hilfe, die auf ein hohes Maß an inhaltlicher und operativer Zusammenarbeit angewiesen ist, stellt besondere Anforderungen an Entscheidungsprozesse und Verantwortlichkeiten. Dies zeigt sich exemplarisch in helfenden Berufen, die sowohl klare Führung als auch kooperatives Handeln erfordern. Welche Führungsstile gibt es und welche sind vielleicht in helfenden Berufen besonders geeignet? Welcher Führungsansatz kann interne und externe Abläufe steuern, ohne die Identifikation aller Beteiligten mit den gemeinsamen Zielen zu gefährden?
Verschiedene Modelle des Führungshandelns in helfenden Berufen und die Balance von gemeinsamem Handeln und institutioneller Entscheidungsfähigkeit stehen im Mittelpunkt dieser Ferienakademie. Im Kontext eines christlichen Menschenbilds geht es dabei sowohl um ethische Fragen als auch um ganz konkrete Ansprüche an den Umgang miteinander.
Welche spezifischen Anforderungen stellt das eigene christliche Menschenbild an Führung und gemeinsames Handeln? Wie kann ich die Motivation eines Teams erhöhen, die individuellen Stärken fördern und ein positives Arbeitsumfeld schaffen? Was unterscheidet Leadership von Management und welche Führungsstrukturen braucht es? Diese Leitfragen stellen sich Führungskräfte aus „helfenden Berufen“ rund um Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege sowie Erziehung und Bildung jeden Tag – gerade in turbulenten Zeiten, die geprägt sind von Kostendruck, Fachkräftebedarf, Digitalisierung oder demografischem Wandel. All dies fordert Empathie, eine konturierte innere Haltung, vielleicht auch eine spirituelle Rückbindung, von allen Beteiligten. Aktives Zuhören, motivationsfördernde Kommunikationskompetenz und ein sicherer Wertekompass können dazu beitragen, neue Ideen im Führungshandeln zu entwickeln, aber auch Durchsetzungsfähigkeit und persönliche Widerstandsfähigkeit zu stärken. Im Idealfall gelingt beides: Individuelle Persönlichkeitsentwicklung und die gemeinsame Nutzung von Synergien im Team.
Die Veranstaltung richtet sich an Studierende, die sich mit Fragen der Führung und Teamarbeit aus einer interdisziplinären und werteorientierten Perspektive auseinandersetzen möchten. Sie bietet Raum für Austausch, Reflexion und praxisorientierte Ansätze zur Gestaltung von Führungsrollen und kooperativen Strukturen und sie dient dem Wissensaufbau im Bereich konkreter Arbeitserfordernisse wie auch den notwendigen „soft skills“.
Auszubildende und Studierende, die eine berufliche Tätigkeit im Bildungs-, Gesundheits- und Sozialwesen anstreben oder bereits ausüben, werden ausdrücklich eingeladen, sich anzumelden - die Akademie steht aber selbstverständlich allen aktiven Stipendiatinnen und Stipendiaten unabhängig vom fachlichen Hintergrund offen! Zu den Ausbildungs- und Studiengängen helfender Berufe zählen beispielsweise Ergo-, Physio-, Musik- oder Kunsttherapie, Logopädie, Caritaswissenschaft, Gesundheitsmanagement, Hebammenkunde, Heil-, Kindheits- oder Sozialpädagogik, Lehramt, (Tier-, Zahn-)Medizin, Psychologie, Soziale Arbeit, Pflegemanagement und -wissenschaft, Not- und Katastrophenhilfe, Entwicklungszusammenarbeit etc.
Die Sommerakademie ist Teil des „Qualifizierungsprogramms Führungskräfte in helfenden Berufen“ und wird durch die Förderung aus dem Ralf-Dohle-Gedächtnisfonds ermöglicht. Dieser wurde im Jahr 2024 ins Leben gerufen, um im Gedenken an den Stifter Ralf Dohle zukünftige katholische Führungskräfte zu fördern, die ihren Glauben in Beruf, Gemeinde und Alltag leben.



