Fachschaftstagung des Collegium Cusanum
Your body is your buddy - Lernen mit und über den Körper im (schul)pädagogischen Kontext

Datum: 15.10. - 17.10.2021

Ort: 64739 Höchst/Odw. Kloster Höchst

Leitung: Patricia Mohr, Katharina Ohletz-Nahrgang, Marisol Recktenwald - Geistliche Begleitung:

Die Anmeldefrist ist abgelaufen.

Inhalte der Veranstaltung

Im Zuge der Aufklärung wurden Körper und Geist streng voneinander getrennt und die Dimension des Denkens über die Körper- und Leiblichkeit gestellt. Laut der Soziologin Anke Abraham habe der Mensch infolgedessen ein durch Disziplinierung, Instrumentalisierung und Tabuisierung entfremdetes Verhältnis zum eigenen Körper entwickelt, was auch in pädagogischen Kontexten zu einer Marginalisierung des Körpers geführt habe. Bereits in den 1980er Jahren wurde daher der Ruf nach einer "Wiederkehr des Körpers", gefordert vom Philosophen Dietmar Kamper und vom Erziehungswissenschaftler Christoph Wulf, lauter.

Was ist aus diesem "Ruf" geworden? Die vielfältigen Verbindungen zwischen unserem Körper und unserer Psyche wurden in den letzten Jahren intensiv untersucht und belegt. Diese wissenschaftliche Hinwendung zum Körper spiegelt sich auch in der Pädagogik wider. Beispiele hierfür sind der Aufschwung von erlebnis-, tanz- und theaterpädagogischen sowie bewegungsorientierten Ansätzen. Andererseits wird der Körper in der Pädagogik weiterhin marginalisiert. Dies zeigt sich nicht nur auf der theoretischen Ebene, wo Bildung immer noch als auf den Geist und Kognition ausgerichtet bestimmt wird, sondern auch in vielfältigen pädagogischen Praktiken. So wird bspw. in der Schule der ruhige, disziplinierte Körper als besonders lehrsamer Körper stilisiert.

In der Fachschaftstagung wollen wir diese, durch dieses Spannungsfeld aufgeworfenen Fragen näher betrachten und diskutieren - Wo steht die Thematisierung des Körpers in der Praxis und Wissenschaft der Pädagogik heute? Welche Ansätze gibt es bereits? Wo gibt es Leerstellen? Wie kann der Körper in pädagogischen Kontext eingesetzt, gefördert und bewertet werden? Strukturell wollen wir uns diesen Fragen aus zwei Perspektiven nähern: Das "Lernen mit dem Körper", im Sinne einer didaktischen und leibphänomenologischen Annäherung und das "Lernen über den Körper", als gesellschaftlich-politische Dimension. Neben spannenden Impulsvorträgen und Diskussionen bspw. zu Körper(n) in der Pädagogik und Körpermanipulationen soll auch euer Körper die Gelegenheit bekommen, in diversen Workshops, wie z. B. Achtsamkeit und Bewegung in der Schule zum Einsatz zu kommen. Über zusätzliche Angebote aus euren Reihen freuen wir uns sehr.

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