Editorial

Ein Konzert in der Pandemie? Vom CUSANUSWERK? In Beethovens Geburtshaus – wo in diesem Beethovenjahr fast alle Konzerte ausgefallen sind? Die Deutsche Grammophon, DIE Deutsche Grammophon, hat das unterstützt? Und auf WDR 3 ist dieses Konzert, ein Konzert der BISCHÖFLICHEN Begabtenförderung, am 3. November zu hören – zwei Stunden lang, zur besten Sendezeit um 20 Uhr?

Fast unwirklich – und betörend schön – war es, als vier Stipendiatinnen und Stipendiaten unserer Musikerförderung am Vorabend des 30. Jahrestages der Deutschen Einheit den imposanten Kammermusiksaal mit Stimme und Klang erfüllten. Das erste Maria-Ladenburger-Preisträgerkonzert hat gezeigt, wie auch in der musikalischen Kultur ‚Einheit in Vielfalt‘, so das Motto des Abends und das Jahresthema 2020/2021 des Cusanuswerks, zur Geltung gebracht werden kann. Eine große Vielfalt und enger Zusammenhalt müssen keine Gegensätze sein. Das Cusanuswerk versteht sich hierfür als Proberaum. Die Gesellschaft und unsere Kirche brauchen Brückenbauer. Über die Intention der Familie Ladenburger bei der Begründung der Förderpreise erfahren Sie in diesem Newsletter mehr. Sicher ist: Auf Gewalt und Hass muss es andere Antworten geben als wiederum Gewalt und Hass.

Was für ein Jahr ... So haben wir im letzten Newsletter den Rückblick auf 2019 eingeleitet, nichtsahnend, was 2020 erst für ein Jahr würde. Die Cusanerinnen und Cusaner haben das Beste daraus gemacht. Hunderte von ihnen haben an den digitalen Veranstaltungen teilgenommen, unter anderem an der Ringakademie, die im Zeitraum vom 6. August bis zum 17. September stattfand. Sie bot ein Kaleidoskop der vielen Themen, die auf den Sommerakademien in Breite hätten diskutiert werden sollen. Das neue Leitungsteam des Referats Geistliches Programm hat das Angebot um geistliche ‘Entdeckerräume‘ sehr bereichert.

Im November findet die erste Tagung des Collegium Cusanum statt, des neuen Schulkollegs der Bischöflichen Studienförderung. Das Kolleg, für das wir erfolgreich Drittmittel einwerben konnten, soll in den nächsten drei Jahren einen sichtbaren Beitrag zur Qualifizierung von Lehrkräften leisten.

Das Jahr 2020 war für das Cusanuswerk eine Zäsur, nicht nur pandemiebedingt: Am 26. Mai haben die Mitglieder des Cusanuswerk e.V. Prof. Dr. Ekkehart Reimer zum Vorsitzenden des Vorstands und Dr. Ursula Weidenfeld zur Beisitzerin gewählt. Dr. Wolfgang Schirmer bleibt Mitglied des Vorstands und hat das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden übernommen. Der neue Vorstand tritt die Nachfolge von Prof. Dr. Dres. h.c. Paul Kirchhof (Vorsitzender) und Prof. Dr. Franz-Christoph Zeitler (stellvertretender Vorsitzender) an, denen das Cusanuswerk unendlich viel verdankt.

Vorstand und Leitung verantworten eine Organisationsstruktur, die in den letzten Jahren immer weiter an die Erfordernisse einer sich dynamisch entwickelnden Institution angepasst wurde. Nur so, und nur mit den Zuwendungen unserer Förderer, auf die wir so sehr angewiesen sind, ist es möglich, dass das Cusanuswerk, das auch ein Kirchort ist, keinen ‚Mitgliederschwund‘ verzeichnet, sondern inzwischen jedes Jahr weit mehr als 2000 junge Menschen fördert, die selbst zu Förderern für andere werden.

Wir wünschen Ihnen, Ihren Familien, Freunden und allen, mit denen Sie verbunden sind, alles Gute und Segen – gerade jetzt.

Ihr

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